Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Bild Stalag VII A Moosburg und andere Kriegsgefangenenlager
Bild Stalag VII A Moosburg and other POW camps
Bild Stalag VII A Moosburg et autres camps de prisonniers de guerre

Moderator: Jordi

Zimmer
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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 07.08.2011, 09:16

Neuerliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen Unbekannt, zum Nachteil von Insassen des Ban-Saint-Jean Kriegsgefangenelager wegen Mordes wurden am 28.07.2011 eingestellt, da strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehende Täter nicht mehr ermittelt werden konnten. Aktenzeichen 29 UJS 54/10
Das Verfahren erstreckte sich auf den Zeitraum der Jahre 1941-44, solande das Lager unter deutscher Verwaltung war.
Der des Mordes verdächtigte Personenkreis ist zum größten Teil verstorben oder über 100 Jahre alt. Daher wird von weiteren Ermittlungen abgesehen, da insoweit unbeschadet der übrigen Ermittlungsergebnisse ein rechtskräftiger Verfahrensabschluß nicht mehr erwartet werden kann.

Weitere, aus historischer Sicht zweifelsohne erörterungswürdige Fragen zum vorliegenden Gesamtsachverhalt (Opferzahlen, Fragen nach dem Vorliegen von Kriegsverbrechen und der Öffnung des Gräberfeldes durch französische Behörden etc.) sind im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen indes vor dem Hintergrund, dass sich wie dargelgt keinerlei Anhalt für die Existenz noch lebender, strafrechtlich verfolgbarer Personen ergab, nicht zu prüfen.

(Aus dem Schreiben der Staatsanwaltschaft Saarbrücken vom 02.08.2011)

Zimmer
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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 08.08.2011, 13:14

Bemerkenswerter Fund in russischem Archiv !

Während einer historischen Fachtagung 2010 in Dresden wurden Unterlagen des Stalag XII F (Johannes-Bamberg-Bolchen) vorgestellt.
Es handelt sich hierbei um in einer Akte zusammengefaßte Wochen-und Monatsmeldungen über Sterbefälle russischer Kriegsgefangener aus dem Zeitraum vom 27.Oktober 1941 bis zum 24.April 1942.
Für diesen Zeitraum sind 306 Todesfälle russischer Kriegsgefangener dokumentiert.
Wenn man diese Todesrate auf 3 Jahre deutsche Herrschaft überträgt, so dürften nicht mehr als etwa 2.000 russische Kriegsgefangene in Johannis Bannberg verstorben sein.
Vor diesem Hintergrund erscheint es mehr als merkwürdig, daß man in Frankreich mindestens 23.000 sowjetische Opfer, davon die Mehrzahl Ukrainer, der deutschen Wehrmacht anlastet.
Auch die Behauptung, die Wehrmacht hätte die Lagerakten vernichtet um das riesige Verbrechen zu vertuschen ist nicht mehr haltbar, da französische Partisanen diese Akten erbeuteten und sie dem Repatriierungsbeauftragten in Frankreich übergaben. Dieser leitete die Akten weiter an sowjetische Stellen.
Ebenfalls merkwürdig ist, daß der falsche Name Johannes Bamberg sowie der richtige Name Johannis Bannberg aus den Aufzeichnungen hervorgeht.
Um die historische Wahrheit weiter an das Licht zu bringen, bleibt die Hoffnung, daß auch die restlichen Lagerakten in russischen Archiven gefunden werden.

http://www.dokst.de/main/sites/default/ ... ova_de.pdf
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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 10.11.2011, 20:16

Courrier de Metz 8.11.1945 :
http://www.moosburg.org/info/stalag/bil ... 12fz28.jpg
http://www.moosburg.org/info/stalag/bil ... 12fz29.jpg
http://www.moosburg.org/info/stalag/bil ... 12fz30.jpg
http://www.moosburg.org/info/stalag/bil ... 12fz31.jpg
http://www.moosburg.org/info/stalag/bil ... 12fz32.jpg

Alle meine bisherigen Nachforschungen ergaben, daß der Courrier de Metz am 8.11.1945 einen objektiven, wahrheitsgetreuen Bericht über das Reseve Lazarett (Kgf) Bolchen und das Lager Ban-Saint-Jean (Johannis-Bannberg-Bolchen) verfaßt hatte.
Das Stalag XII F Bolchen b.z.w. Forbach meldetete die Insassen dieser Lager ordnungsgemäß an die Wehrmachtsauskunftstelle (Wast) Bertlin. Somit wurden weder die Lager noch die Insassen verheimlicht, denn die Wehrmachtsauskunftstelle für Kriegsverluste und Kriegsgefangene in Berlin arbeitetet nach den Vorgaben des Artikel 77 der Genfer Konvention über die Behandlung von Kriegsgefangenen vom 27.07.1929.
Über alle ca. 370.000 verstorbene sowjetische Kriegsgefangenen im Reich konnte die Wast Auskunft geben. Nach 1945 gelangten diese Akten in die Sowjetunion und heute liegen sie zum größten Teil im Archiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation in Podolsk (ZAMO).
Die historische Aufarbeitung ist in Arbeit und so wird man irgendwann auch die genauen Verlustzahlen des Reserve Lazarett Bolchen und Johannis Bannberg erfahren.

Da die Gefangenen der WAST Berlin gemeldet waren, konnte sich das IKRK in Genf jederzeit einen Überblick über die Gefangenen und der Lager verschaffen.
Umso merkwüdiger erscheint es heute, wenn das IKRK behauptet, keine Kenntnisse von den Lagern zu besitzen.
Wurden beim IKRK Informationen und Akten über die Lager beseitigt oder sind sie auf unerklärliche Weise verschwunden?

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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 29.12.2011, 20:58

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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 18.01.2012, 13:18

Einweihung einer neuen Gedenkstätte am 24.Juni 2012 auf dem Ban-Saint-Jean:

http://www.republicain-lorrain.fr/mosel ... tele-enfin

zur Einweihung kommen Vertreter aus Frankreich, Russland und der Ukraine.

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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 26.06.2012, 20:55

Einweihung der Stelen auf dem Ban-Saint-Jean 24. Juni 2012

http://www.solnade.net/album-2083841.html
Zuletzt geändert von Zimmer am 18.03.2013, 22:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 09.09.2012, 23:52

Listen verstorbener Kriegsgefangener des Lazarett Johannis Bannberg

Auf der Seite http://www.sgvavia.ru/forum/117-461-18 findet man russische Listen über 455 Opfer des Lazarett Johannis Bannberg aus dem Zeitraum vom 27.10.1941 bis zum 21.08.1942. Da in diesem Zeitraum 455 Personen Todesopfer aufgelistet sind, kann man annehmen dass während 3 Jahren deutscher Herrschaft ca. 1.500 bis 2.000 Kriegsgefangene verstorben sind. Ein Massensterben von mindestens 23.000 Ukrainern, wie über Jahrzehnte behauptet, kann es in diesem Zeitraum nicht gegeben haben.

Die 18 seitige Liste stammt aus einem sowjetischen Archiv und darauf steht in kyrillischer Schrift "Johannis Bannberg".
Warum wurde ein deutsches Kriegsgefangenlager dessen Name und seine Opfer den Siegermächten bekannt waren aus der Geschichtsschreibung entfernt ?

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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 25.03.2013, 12:21

Bericht eines russischen Kriegsgefangenen über das Lager Johannis Bannberg und der Zwangsarbeit in der Region :
http://www.kontakte-kontakty.de/deutsch ... fe_339.php

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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 06.04.2013, 09:46


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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon Zimmer » 10.07.2013, 13:04


daavidfischer
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Re: Stalag XII G Johannis-Bannberg-Bolchen

Beitragvon daavidfischer » 12.09.2013, 09:33

Commemoration pictures are really touching. Even though the politicians say they are willing to apologize for these crimes, the people who lost their dear ones can't get them back. Their pain should be considered and the government should provide the compensation for the family.


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